Billebecken in Hamburg, Luftaufnahme
Hot Spot für Urbane Produktion

Billebecken

Urbane Produktion, Freizeitnutzungen und Erinnerungskultur

Als Standort für Urbane Produktion bietet sich auch das Areal des Billebeckens an der Schnittstelle zum Stadtteil Hammerbrook im Norden des Billebogens und zum Industriegebiet Billbrook im Westen an. Gewerbliche und industrielle Nutzungen dominieren hier bereits, manche davon allerdings mit sehr niedriger Wertschöpfung. Eine Neuordnung der Flächen und Neuansiedlungen verspricht frische Impulse. Anfang 2020 gab die BBEG hier zwei Grundstücke anhand. Ein Neubau für das Institut für Hygiene und Umwelt, ein Hamburger Landeslabor, sowie ein Gebäude für ein Engineeringunternehmen sollen künftig gewerbliche und forschungsbezogene Akzente setzen.

Zugang zum Wasser

Rudersport im Billebecken, Hamburg
Wassersport gehört heute wie in Zukunft zum Billebecken, ©️ Miguel Ferraz
Uferbereiche am Billebecken, Hamburg
Die oftmals unzugänglichen Uferbereiche sollen verstärkt öffentlich nutzbar gemacht werden, ©️ Bina Engel

Am Billebecken geht es aber auch darum, den öffentlichen Zugang zum Wasser zu verbessern. Diese Möglichkeit besteht heute, weil nahezu alle hier ansässigen Betriebe den Wasserzugang nicht mehr für Umschlag und Logistik nutzen. Öffentliche Zugänge und Freizeitnutzungen sind unterdessen nur hier und da zwischen den Betriebsgeländen möglich. Im Zuge der Entwicklung sollen daher am Billebecken ca. 12 Meter breite öffentliche und wertvolle Uferzonen entstehen. Bestehende Wassersportnutzungen erhalten eine langfristige Perspektive. Dazu muss die BBEG einen Teil der Flächen schrittweise erwerben.

Mit dem Boot über Bille und Elbe

 

Schule am Bullenhuser Damm

Schulgebäude in Hamburg, Bullenhuser Damm
Das imposante Schulgebäude von 1908 steht heute weitgehend leer, ©️ Bina Engel
Gedenkstätte am Bullenhuser Damm, Hamburg
Im Rosengarten und in der Gedenkstätte wird der ermordeten Kinder und Erwachsenen vom Bullenhuser Damm gedacht, ©️ Miguel Ferraz

Das prägende Gebäude dieser Nachbarschaft ist die denkmalgeschützte ehemalige Schule am Bullenhuser Damm, die von dem bedeutenden Stadtplaner und Architekten Albert Erbe 1908 bis 1910 erbaut wurde. Die Schule ist jedoch zugleich ein Gedenkort für den Holocaust: Im Nationalsozialismus wurde sie als Nebenlager des Konzentrationslagers Neuengamme genutzt. In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945 ermordete die SS hier 20 jüdische Kinder, an denen zuvor medizinische Experimente verübt worden waren, und 28 erwachsene Gefangene. Das Verbrechen wurde erst in den 1980er Jahren umfassend aufgearbeitet und sein Ort in die Wahrnehmung gehoben. Heute beherbergt das denkmalgeschützte Schulgebäude eine Gedenkstätte der „Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm“ und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Auch eine Kita ist hier untergebracht. Ein großer Teil des Gebäudes steht jedoch leer.

Innehalten und Gedenken in der Schule Bullenhuser Damm

Nach einer umfassenden technischen und denkmalbezogenen Bestandsaufnahme in 2020 startet die BBEG mit zahlreichen Akteuren aus Behörden, Denkmalpflege, Kultur und Nachbarschaft einen dialogorientierten Ideenfindungsprozess zur Schule am Bullenhuser Damm. Ziel ist ein umfassendes Konzept zur Instandsetzung und späteren Nutzung des Gebäudes und seines direkten Umfelds unter Einbezug der bestehenden Nutzungen insbesondere durch die Gedenkstätte. Es sollen der Historie angemessene Perspektiven entwickelt werden, die zugleich denkmalgerecht, kulturell und sozial identitätsbildend sowie wirtschaftlich langfristig tragfähig sind. Im direkten Umfeld des Schulgebäudes wurden Anfang 2020 zwei Grundstücke für das Institut für Umwelt und Hygiene und ein Engineeringunternehmen anhand gegeben. Die gesamte Phase der Instandsetzung und ergänzenden Bebauung erstreckt sich voraussichtlich bis 2026.