Stadteingang Elbbrücken
Stadteingang Elbbrücken

©️ BBEG

Stadteingang Elbbrücken

Vom Stadteingang Elbbrücken mit seinen markanten Brücken über die Norderelbe sind es nur zehn Minuten bis zum Hamburger Zentrum. Der Stadtraum verbindet die Stadtteile Rothenburgsort, Hammerbrook, HafenCity und Veddel und bildet das Entrée zur Inneren Stadt. Dennoch wird er bisher vor allem als Transitraum mit großen Verkehrsschneisen wahrgenommen. Ein städtebauliches Testplanungsverfahren entwickelt 2019 neue Perspektiven.

Die Entwicklung des Stadteingangs Elbbrücken soll neue Stadtqualitäten sowie attraktive, öffentlich zugängliche Wasserlagen und Freiräume schaffen. Zudem soll Raum für gewerbliche Nutzungen mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen und in dafür geeigneten Lagen auch für neue Wohnnutzungen entstehen. Im ersten Schritt führt die Billebogen Entwicklungsgesellschaft (BBEG) in Kooperation mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) sowie dem Bezirk Hamburg-Mitte 2019 ein städtebauliches Testplanungsverfahren durch. Das Verfahren startete Ende Januar. Sechs Planungsteams wurden aufgefordert, eine übergreifende Ausgestaltung des Stadteingangs zu erarbeiten. Die Perspektive greift dabei über den Billebogen hinaus und umfasst zudem die nördliche Veddel, Bereiche der südlichen Amsinckstraße sowie das Gebiet Am Haken. So sollen erstmals gesamträumliche Bilder für das Gebiet rund um die Elbbrücken entstehen und lokale Belange mit übergeordneten Belangen verknüpft werden. Ein breit aufgestelltes Beurteilungsgremium unter dem Vorsitz von Kees Christiaanse begleitet und bewertet die Arbeiten.

Starke Entwicklungsdynamik

Eine starke Entwicklungsdynamik wird diesen Stadtraum künftig ohnehin verändern. Die benachbarte HafenCity wird bis zur Mitte der 2020er Jahre mit dem Quartier Elbbrücken ihren dichten urbanen Abschluss finden – mit dem rund 240 Meter hohen Elbtower als weithin sichtbarer Landmarke. Im Billebogen sowie auf dem Grasbrook auf der Südseite der Elbe entstehen weitere urbane Stadträume. Eine wichtige Aufgabenstellung im Rahmen des Testplanungsverfahrens ist der Umgang mit den mächtigen, teilweise überdimensionierten Verkehrsflächen. So kann zum Beispiel ein Rückbau der kleeblattförmigen Straßenauffahrten an der Billhorner Brückenstraße in Rothenburgsort West erhebliche neue Entwicklungsflächen für Büro und Gewerbe, im Lärmschatten aber auch für Wohnen schaffen.

©️ Stadtteilarchiv Hamm

Auch der Billhafen liegt im Verfahrensgebiet. Die BBEG diskutiert für diese wichtige Nahtstelle zwischen Rothenburgsort und HafenCity mit privaten Entwicklern eine größere publikumsintensive Nutzung. Das Vorhaben „Elbdome“ sieht eine multifunktionale Veranstaltungshalle mit einer Kapazität von 6.000 bis 9.000 Zuschauern vor. Diese setzt eine Teilverfüllung des Billhafens zur Schaffung einer hochwassergeschützten Entwicklungsfläche voraus und könnte zudem eine neue, ebenfalls hochwassergeschützte Brücke für Fußgänger und Radfahrer zu der neuen U- und S-Bahnstation schaffen. Die teilnehmenden Büros sind aufgefordert, sich mit der Planung des Elbdomes an diesem Standort auseinanderzusetzen.

Tragfähiges Leitkonzept

©️ BBEG / Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Insgesamt ist es das Ziel des Testplanungsverfahrens, die aus den Vorschlägen der teilnehmenden Büros gewonnenen Erkenntnisse zu einem tragfähigen Leitkonzept zusammenzuführen. Es geht nicht in erster Linie darum, am Ende einen Sieger bzw. einen besten Gesamtentwurf zu küren, sondern die geeignetsten Ideen zu finden, die in das Leitkonzept eingehen und den nachfolgenden Planungen als städtebaulicher Orientierungsrahmen dienen. Der Abschluss des Verfahrens ist für September 2019 vorgesehen.