Funktionsplanung

Erste Phase bis 05.09.2021

Hier können Sie Pläne einsehen und kommentieren.

Auf dem Weg zur Funktionsplanung

Aufbereitung der  Workshopergebnisse

Anders als bei Architekturwettbewerben steht am Ende eines städtebaulichen Workshopverfahrens nicht fest, wie die Gebäude im Einzelnen aussehen werden. Insofern darf man die hier gezeigten Pläne nicht 1:1 nehmen. Es kommt vielmehr auf die Prinzipien an, nach denen der Stadtraum organisiert werden soll. Die städtebauliche Struktur des Architekturbüros (Lorenzen / Mayer) erlaubt eine hohe Flexibilität bei der Entwicklung der Gebäude. Nördlich des Bullenhuser Damms und südlich der Großmannstraße ähneln sich die Strukturen erkennbar: Dort lassen sich verschiedene gewerbliche Funktionen – von Produktionsstätten über Laborflächen bis zu Büros – stapeln und kombinieren. Für den mittleren Teilbereich sieht der Entwurf eine die ehemalige Schule am Bullenhuser Damm rahmende geschlossene Bebauung vor. Südlich des denkmalgeschützten Gebäudes soll unter Beibehaltung des mit Rosen bepflanzten Gedenkgartens ein öffentlicher Grünraum entstehen. Ergänzt wird dieser durch eine durchgängig zugängige Uferzone entlang des Billebeckens.

 

Sieben Prinzipien

Bausteingrößen

Um städtebaulich handhabbare Bausteine zu erhalten, ist die Grundfläche der Baublöcke zwischen 4.800 – 7.000 m² gewählt.

Erschließung

Die nördlichen Baufelder werden durch eine Serie von Ringstraßen erschlossen. Baufelder innerhalb der Ringstraßen erhalten parallel zur Straße eine Anlieferzone. Außerhalb der Ringstraßen sind die Baufelder mittig geteilt und haben eine dazwischenliegende, gemeinsame Anlieferzone. Die südlichen Baufelder werden durch Stichstraßen erschlossen.

Sockel

Alle Baufelder erhalten einen Sockel, der flexibel programmiert werden kann und einheitlich bei einer Höhe von 12,5 – 14,0 m festgelegt werden soll. Zeilen: Über dem Sockel soll jedes Baufeld mit jeweils 2 nordsüd-orientierten Zeilen bebaut werden. Die Gesamthöhe der Bebauung darf 27 m nicht überschreiten.

Teilbarkeit

Alle Baufelder können in 4 autonom organisierbaren Parzellen geteilt werden. Die Teilbarkeit kann dabei flexibel sowohl an die vorhandenen Eigentumsstrukturen als auch an unterschiedliche Betriebsgrößen angepasst werden.

Schaltbarkeit

Um Betriebsgrößen über 26.500 m² zu ermöglichen, können verschiedene Baufelder mit Brücken verbunden werden.

Dachgärten

Die Dachflächen aller Baublöcke sind intensiv zu begrünen.

22 thoughts on “Funktionsplanung

  1. Sehr geehrte Teilnehmende,

    danke, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, sich an dieser Stelle online einzubringen.

    Wir schließen diese Kommentarfunktion wie angekündigt zum heutigen Datum und werten die Beiträge für die nächsten Schritte auf dem Weg zur Funktionsplanung aus. Die Planungen werden von der Billebogen Entwicklungsgesellschaft, dem Bezirk Hamburg-Mitte und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen gemeinsam verantwortet.

    Ab Herbst wird es weitere Angebote zur Kommunikation und Diskussion geben, über die wir rechtzeitig informieren.

  2. Sehr geehrte Planende,

    Wir als HALLO: e.V. arbeiten seit fünf Jahren in enger Kooperation mit der RV Bille, einem traditionsreichen Verein, der den Anspruch hat, einer möglichst diversen Nutzer*innenschaft den Zugang zum Wasser aber auch zu den Vereinsflächen auf Land zu ermöglichen. Ohne die RVB hätten keine Mappingcamps von Studierenden der HCU stattgefunden, die als Ideenpools für Wasserzugänge und -nutzungen auch in die Planung Eingang finden (Wasser als öffentlicher und sozialer Raum!), es hätte keine der vielen Wasserparaden mit vielen Seefrauen und anderen Wassermenschen gegeben, keine Gesangsperformances in der Sauna am Wasser, keine mehrwöchigen Kunstausstellungs- und TV-Sendeformate aus der Nachbar*innenschaft und keine öffentlichen Diskussionsrunden, Abendessen und Filmabende in den Vereinsräumen. Unsere beiden Vereine eint der Wunsch nach einer Entwicklung des Hamburger Ostens mit dem Vorhandenen, mit einem behutsamen Umgang mit dem Bestand, mit einer ernsthaften Beteiligung der Akteur*innen vor Ort und Räume möglichst vielfältigen Menschen zugänglich zu machen. Hierzu vernetzen wir uns in der Umgebung stark und arbeiten gemeinsam mit lokalen und internationalen Expert*inenn seit Jahren an Lösungen einer dauerhaften Verstetigung von gemeinwohlorientierten Räumen, auch und insbesondere der RVB. Diese Expertise nicht ernst zu nehmen und nach jahrelanger Scheinbeteiligung keine Lösung in den Planungen aufzuzeigen ist nicht akzeptabel!

    Wir fordern ernsthafte Mitgestaltung der RVB bei der Entwicklung des dauerhaften Szenarios ihrer Sicherung!

    Viele Grüße,
    Dorothee Halbrock
    HALLO: e.V.

  3. Einladung!
    Am 9. Oktober jährt sich die erstmals 1971 (50 Jahre!!!) am jetzigen Standort ausgetragene Matjesregatta. Zwar im eingeschränkten Corona-Modus, aber wieder mit viel Herzblut aller aktiven Mitglieder organisiert, durchgeführt und mitgerudert.
    Besuchen sie uns am Billebecken und erleben sie einen kreativen, innovativen und offenen Verein, der sich im sozialen Gefüge von Rothenburgsort manifestiert hat. 125 Jahre RV Bille von 1896 e.V.!
    Bereits zur Vorstellung der Senatskampagne “Aufwärts an Elbe und Bille”, haben wir den Bezirk und die Stadtplanung aufgefordert die notwendige Neugestaltung unseres Standortes mit uns zusammen zu entwickeln. Mit konkreten Ideen zur Realisierung. Leider wurde dieses Angebot nicht verfolgt.
    Wir sind weiter der Auffassung, dass am jetzigen Standort eine Neugestaltung möglich ist, die uns als Sportvereine, RV Bille und FWV Vorwärts, bestehen und weiter entwickeln lässt. Denn das ist unser Ziel. Freizeitsport, Schulsport, Rehabilitationssport, inklusiver Sport, Leistungssport.
    Wir sind sicher, dass ein offenes gemeinnütziges Sportangebot ein wertvolles Element für künftige neue Nutzer des Billebogens darstellt. Wir möchten mit unserem Angebot mitgedacht werden und nicht weggedacht.
    Andreas Goertz + Jan-Hinnerk Janssen Vorsitzende der RV Bille

  4. .. schade, dass hier wieder die einheitliche Hamburger Soße entstehen wird!
    Wenn man das benachbarte Hammerbrook betrachtet, sieht man doch äußerst gut,
    wie menschenleer ein funktionsgetrennter Stadtteil nach 17 Uhr und an Wochenenden aussieht. Wir brauchen hier keine weiteren Hotels und auch keine Büros.

    Am Billeboden gibt es doch aktuell schon zahlreiche Rosinen, wie den RV Bille Ruderverein und und die Billhuder Insel,
    wo man gut erkennen kann, welche wunderbare Orte für Menschen im Klein-Maßstäblichen vorhanden sind. Dort wird jeder Quadratmeter genutzt und mit Leben
    gefüllt, statt im Vergleich die riesigen menschenleeren Gebäude an der Alster. Lieber Planer, habt ihr den Ort erlebt oder vom Berliner Schreibtisch mit den Auslobungsunterlagen geplant?

    Warum wird nicht auf die Qualitäten aufgebaut? Auf Orte gesetzt, wo Leben stattfinden kann, statt Uniformität?
    Genauso, wie wir auf die autogerechte Stadt verzichten können, sollte lieber auf eine Nutzungsmischung gesetzt werden.
    Warum sollten sich Wohnen, Labore und Freizeitmöglichkeiten nicht vertragen? Bitte nicht alle städtebaulichen Fehler aus der Vergangenheit wiederholen und fortsetzten.

  5. Sehr geehrte Frau Thomsen, Sehr geehrter Herr Schneider, Sehr geehrter Herr Prof. Bruns-Berenthelg,

    Ich möchte Sie gerne direkt ansprechen, auch wenn Sie sich dazu entschieden haben auf diesem Portal anonym als Billebogenentwicklungsgesellschaft auf die Kommentare zu antworten.
    Auf die unglückliche Funktionsplanung möchte ich hier nur am Rande eingehen. Ich denke es haben sich bereits unterschiedliche Stimmen zu Wort gemeldet und auf die Defizite dieser aufmerksam gemacht.

    Meine Kritik konzentriert sich auf den sogenannten Beteiligungsprozess: die Billebogen Begleitgruppe. Mehrfach haben Sie hier auf dieses Beteiligungsverfahren verwiesen. Sie stellen es so dar, als ob die Inhalte dieser Sitzungen in irgendeiner Form maßgeblich Einfluss auf die Pläne haben können. Leider ist das Gegenteil der Fall. Seit ca. 4 Jahren besuche ich diese sehr sporadisch stattfindenden Sitzungen. Mein anfänglicher Optimismus mich hier als Anrainerin und Nutzerin des Areals einbringen zu können ist mittlerweile der Realität gewichen. Alle Bedenken, Einwände, Ideen und Vorschläge die über die Zeit von unterschiedlichen Bürger*innen eingebracht wurden, finden in ihren jüngst vorgestellten Zukunftsvisionen keinen Platz.

    Auch das Workshopverfahren, aus dem die jetzigen Funktionspläne hervorgegangen sind hat sich für mich sehr undurchsichtig gestaltet. Die beteiligten Architekturbüros hatten weder direkten Kontakt zu der besagten Begleitgruppe, noch schien dieser erwünscht gewesen zu sein. Zwar gab es eine Art Expert*innen Beisitz, wie sich dieser zusammensetze bestimmten allerdings Sie, die BBEG. Außer eine Person des Stadteilrats Rothenburgsort wurde die Zivilgesellschaft nicht mit einbezogen. Kein Wunder also, dass die Ergebnisse bei dieser keinen Zuspruch finden.

    Dass das Gebiet rund um das Billebecken ungenutzte Potentiale aufweist, ist nicht von der Hand zu weisen. Ein ehrlicher und aufrichtiger Dialog für eine gemeinsame Vision wäre wünschenswert.
    Liebe BBEG, wir sind hier, wollen hier bleiben und möchten trotz verpufften Vertrauensvorschuss gehört werden: Ungenutzte Potentiale nutzen!

    Beste Grüße,

    Alice Barkhausen

  6. Sehr geehrte Frau Thomsen, Sehr geehrter Herr Schneider, Sehr geehrter Herr Prof. Bruns-Berenthelg,

    Ich möchte Sie gerne direkt ansprechen, auch wenn Sie sich dazu entschlossen haben auf diesem Portal anonym als Billebogenentwicklungsgesellschaft auf die Kommentare zu antworten.

    Auf die unglücklichen Funktionsplanung möchte ich hier nur am Rande eingehen. Ich denke es haben sich bereits unterschiedliche Stimmen zu Wort gemeldet und auf die großen Defizite dieser aufmerksam gemacht. Meine Kritik konzentriert sich auf den sogenannten Beteiligungsprozess: die Billebogen Begleitgruppe. Mehrfach haben Sie hier auf dieses Beteiligungsverfahren verwiesen. Sie stellen es so dar, als ob die Inhalte dieser Sitzungen in irgendeiner Form maßgeblich Einfluss auf die Pläne haben können. Leider ist das Gegenteil der Fall. Seit ca. 4 Jahren besuche ich diese sehr sporadisch stattfindenden Sitzungen. Mein anfänglicher Optimismus mich hier als Anrainerin und Nutzerin des Areals einbringen zu können ist mittlerweile der Realität gewichen. Alle Bedenken, Einwände, Ideen und Vorschläge die über die Zeit von unterschiedlichen Bürger*innen eingebracht wurden, finden in ihren jüngst vorgestellten Zukunftsvisionen keinen Platz.

    Auch das Workshopverfahren, aus dem die jetzigen Funktionspläne hervorgegangen sind hat sich für mich sehr undurchsichtig gestaltet. Die beteiligten Architekturbüros hatten weder direkten Kontakt zu der besagten Begleitgruppe, noch schien dieser erwünscht gewesen zu sein. Zwar gab es eine Art Expert*innen-Beisitz, wie sich dieser zusammensetze bestimmten allerdings Sie, die BBEG. Bis auf eine Person des Stadteilrats Rothenburgsort wurde die Zivilgesellschaft nicht mit einbezogen. Kein Wunder also, dass die Ergebnisse bei dieser keinen Zuspruch finden.

    Dass das Gebiet rund um das Billebecken ungenutzte Potentiale aufweist, ist nicht von der Hand zu weisen. Ein ehrlicher und aufrichtiger Dialog für eine gemeinsame Vision wäre eine Maßnahme.

    Liebe BBEG, wir sind hier, wollen hier bleiben und möchten trotz verpufften Vertrauensvorschuss gehört werden:
    Nutzen Sie die ungenutzten Potentiale.

    Beste Grüße,
    Alice Barkhausen

  7. Anders als bei Architekturwettbewerben steht am Ende eines städtebaulichen Workshopverfahrens nicht fest, wie die Gebäude im Einzelnen aussehen werden. Insofern darf man die hier gezeigten Pläne nicht 1:1 nehmen.

  8. Guten Tag an die Entwicklungsgesellschaft,

    warum kommen bei jeglicher Architekturplanung heute nur noch primitive Würfelformen heraus? Architektonisch langweiliger geht es ja nicht mehr. Die Hafencitiy ist ein trauriges Beispiel dafür, das am Billebogen nicht wiederholt werden muss. Es ist schon klar, dass dies die billigste (aber eben auch einfallsloseste) Bauweise ist. Wieder einmal werden die Menschen vergessen. Es wird wieder nur an Büros, Labore und Produktionsstätten gedacht. Aber da sollen Menschen arbeiten und es ist doch sicher nicht das Ziel, einen weiteres Areal zu schaffen, dass ab 17:00 menschenleer ist. Eine begehbare Uferzone klingt erst einmal gut, ist es aber nicht, wenn sich letztlich nur Jugendliche dort zusammenfinden, die ihre Talente im Farb-Sprühen entdecken wollen o.ä.. Es wird immer von Work-Life-Balance geredet. Dazu gehören aber eben nicht nur stylische Fitness-Studios, sondern auch Sport- und Freizeitangebote für die breite Masse. Derzeit gibt es am Billebecken mehrere solcher Vereine, die sich darum verdient machen. So z.B. der RV-Bille (Ruderverein) und die Segelkameradschaft Hansa, die in den Entwürfen nicht mehr zu finden sind. Es wäre schön, wenn Architekten nicht mehr nur in der Welt von weißen Modellen aus Pappe und Kunststoff und gemalten Bildern mit flanierenden Menschen denken würden, sondern in ihren Konzepten das wirkliche Leben arbeitender Menschen, die eben genau nicht nur über betonierte Freiflächen laufen möchten, in den Fokus stellen würden. Dazu gehören mehr als Würfelhäuser mit Gewinnmaximierung. Spätestens seit Corona dürfte auch klar geworden sein, dass wir zukünftig eher weniger Büroflächen benötigen werden und eher Quartiere gefragt sein werden, die Arbeit und Freizeitgestaltung vereinen. Pläne mit Würfelhäusern, die dann im weiteren Prozess “flexibel” irgendwas werden sollen überzeugen mich in keiner Weise. Ich frage mich weiterhin, was Archtiekten heute im Studium überhaupt lernen. Die Schöpfer der Speicherstadt, des Chile-Hause usw. waren da nicht nur in der Optik, sondern auch in den Nutzungskonzepten deutlich schlauer und offenbar auch weitsichtiger.

  9. Die Pläne um die Schule Bullenhuser Damm, die das vorhandene Gebäude „erdrücken“, erschüttern mich zutiefst. Sie werden der Bedeutung des Ortes in keiner Weise gerecht, im Gegenteil. Der Verweis auf die früher dort vorhandene enge Bebauung, entschuldigen sie meine Worte, sind für mich nicht nachvollziehbar und keine Begründung für die Errichtung riesiger Baukörper, die kommerziell vielleicht erfolgreich sein mögen, der Erinnungskultur aber schweren Schaden zufügen. Die dort früher vorhandene dichte Wohnbebauung muss und sollte nicht zwangsläufig als Grund für die geplante massive Bebauung bennat werden. Die historische Entwicklung dieses Stadtteils, einschließlich der damit verbundenen sozialen Probleme, bis zur fast völligen Vernichtung 1943 verlangt eine sensible Planung und Analyse, die ich bisher nicht erkennen kann!

  10. Liebe Billebogenentwicklungsgesellschaft, liebe Planende,

    die Ergebnisse dieses Ideenwettbewerbs zusammen mit der sogenannten Beteiligung der Bürger*innen sind ein Paradebeispiel herkömmliche Stadtplanung: Es werden übergeordnete Leitbilder und bauliche Setzungen erarbeitet, die für Ordnung, Nahverdichtung und Gestaltung im Stadtraum sorgen sollen. Damit steht ihre Planungspraxis per se im Gegensatz zum Ungeplanten, Alltäglichen, Dynamischen – der tatsächlichen Produktion des städtischen Raums derer die hier leben und arbeiten.

    Als Anwohnerin in Rothenburgsort und Vereinsmitglied der RVB ist mir bewusst, dass wenn es ein unmögliches unter den unzähligen Szenarien für den Billebogen gibt, dann ist es, das alles so bleibt wie es ist – denn Stadt steht niemals still und soll es auch nicht. Doch anstatt unter dem Brennglas mehrerer behördlicher Interessen und Masterpläne die immer gleichen Raumkonzepte zu reproduzieren, würde sich hier die Möglichkeiten bieten gemeinsam mit den Akteur*innen vor Ort Teilhabe statt bloße Teilnahme zu praktizieren, um dem bestehenden Raum gerecht zu werden und ihn sinnvoll weiter zu entwickeln. Der ausgewählte Entwurf ist der in Renderings gepresste Beweis: Planer*innen, die mit den (Lebens)Realitäten und lokalen Bedingungen vor Ort nicht vertraut sind, enden meist in der Produktion repetitiver Formen ohne Bezug zu den spezifischen Bedürfnissen der Nutzer*innen.

    Hamburg braucht keine weitere HafenCity. Der Hamburger Osten braucht keinen weiteren hochpreisigen Büroraum. Hamburg braucht statt hochglänzender Masterplan-Renderings eine stadtteilspezifische, vielstimmigere und gemeinwohlorientierte Entwicklung. Es braucht eine behutsame Veränderung aus dem Bestehenden, es braucht öffentlichen Raum, es braucht bezahlbare Arbeits- und Wohnräume.

    Hammerbrook und Rothenburgsort sind Stadtteile in denen bereits seit Jahren an zahlreichen Orten Gemeinwohl praktiziert wird, in denen sich Widersprüche versammeln und Konflikte laut werden können. In denen es um gemeinschaftliche Arbeitsweisen geht und es zahlreiche niedrigschwellige Sport-, Kultur- und Freizeitangebote gibt. Die RV Bille ist auch ein solcher Ort und mit seinen 125 Jahren Vereinsgeschichte im Hamburger Osten länger dort als alle nun am Prozess Mitarbeitenden. Es ist ein offener Ort, ein Ort des Zusammenkommens, ein öffentlicher Wasserzugang. Den Verein scheinhaft über Jahre ›zu beteiligen‹ und dabei am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, hat nichts mit Beteiligung zu tun. Trauen sie sich zur Abwechslung Partizipation abseits des sozial verträglichen Wunschzettels des ›Citymarketings‹ zu verstehen und zu praktizieren. Öffnen Sie Handlungsräume jenseits der Virtualität stadtadministrativen Mitgefühls, in denen Akteur*innen sich im städtischen Umfeld auf Augenhöhe begegnen können und kommen sie selbst in den Stadtteil bevor sie diesen blind überplanen.

  11. Vielen Dank für Ihre Einladung.

    Ich bitte um ein offenes, ehrliches Statement von Ihnen als Zukunftsplaner.

    Den Traum von einem nachhaltigen, gemeinsamen, urbanen Osten Hamburgs?

    Welche Ziele verfolgen Sie als Billebogengesellschaft?

    Ich frage mich natürlich sofort welche Firmen konkret planen sich dort anzusiedeln, sodass eine wohnliche Bebauung direkt ausgeschlossen wird?

    Welche Störungen werden diese Unternehmen verursachen, sodass es sogar gesetzlich nicht machbar ist eine Mischform Industrie/Wohnen zu planen?

    Liebe Billebogengesellschaft, es ist ja nicht so, dass diese Gegend, der Stadtteil Rothenburgsort, nicht schon ohnehin eingepfercht ist von Industrie.
    Ich mag diesen Charm, das Robuste. Aber eine weitere Störung durch einen Chemie-Konzern -nur als Beispiel- ist absolut schädigend..Aurubis am anderen Ende des Stadtteils reicht!

  12. Gerne laden wir Sie ein, im Rahmen der Funktionsplanung das weitere Gespräch mit uns zu suchen. Zusammenfassend an dieser Stelle nur ein paar ausgewählte Punkte zu den letzten Anmerkungen:

    Manche gewerblichen Nutzungen vertragen sich sowohl rechtlich als auch funktional nicht mit Wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Konzeption des Architekturbüros Lorenzen Mayer für das Billebecken sieht die Stapelung gewerblicher Nutzung über mehrere Etagen vor, um besonders sparsam mit der wertvollen Fläche umzugehen. Anderenorts entsteht so mehr Platz für Wohnen.

    Die neuen Grünräume am Billebecken werden öffentlich zugänglich sein und stehen somit auch allen Nachbar:innen und Bewohner:innen zur Verfügung.

    Wir schätzen den RV Bille mit seinem vielfältigen, über den Sportbereich hinausgehenden Engagement auch für den Stadtteil und die Kultur. Wir sind mit dem RV Bille unter Berücksichtigung auch der Interessen anderer Wassersportvereine am Billebecken gemeinsam mit dem Bezirk Hamburg Mitte im Dialog, der in die städtebauliche Planung für das Billebecken einfließt.

  13. Liebe Billebogen Gesellschaft, liebe Planer*Innen, liebe Leser*Innen!

    Büroflächen gibt es viele in dieser Gegend, die meisten stehen leer. Es mangelt nicht an Gebäuden, jedoch an den Strukturen, die diese nutzbar macht für die Hamburger*Innen.
    Klar, jetzt haben Sie eine Menge Geld investiert oder versprochen und wollen neu bauen…das ist nicht unbedingt ökologisch nachhaltig aber ich übe mich in Verständnis für Ihre Situation, nehme den Status Quo ergeben hin und bitte darum erneut zu hören: Was dieser Stadtteil braucht sind günstige Wohn- und Arbeitsflächen, denn der Druck auf kleine Firmen und Menschen ohne Geld im Hintergrund wird immer größer, und — unglaublich aber wahr — davon gibt es im Osten dieser Stadt noch viele!

    Es erstaunt mich, dass über Klinker “kontrovers diskutiert” wurde, was die Gemüter im Gegensatz zu den Steinen aber nicht zu erhitzen schien, ist, dass die schon bestehende soziale Architektur und ihre lokalen Akteure nicht Teil der Konzeptplanung waren – obwohl z.B. von der Rudervereinigung Bille Redebedarf angemeldet wurde.
    Also noch mal ganz von vorne: Wie in jedem Stadtteil sind es auch hier gerade die kleinen lokalen Gruppen, Betriebe, Vereine und Institutionen, die den Stadtteil schon jetzt beleben und auch in Zukunft lebendig halten können. Es braucht keine Jahre des “Trockenwohnes” und des zähen “Lebendig-machens mit Quartiersprogramm” wenn die soziale Architektur nicht verdrängt wird. Und meistens machen diese “kleinen” Player die “Belebung” sogar unabhängig, sogar auf eigene Kosten, mit Freude an dem was sie Tun und tatsächlich offen für Neues und neue Nachbar*Innen. Nur sie müssen eben auch Teil der Planung werden, sein und bleiben.

    Liebe Billebogen Gesellschaft, liebe Planer*Innen, ich fordere Sie auf: Verbringen Sie Zeit im Stadtteil und legen Sie ihre Pläne für einen Moment beiseite, lassen Sie sich von Menschen Geschichten erzählen, vergessen Sie einen Moment die Renderings und die Vogelperspektive. Lassen sie den Lärm der LKWs auf sich einwirken, essen Sie in der Kantine der Stadtreinigung oder bei Jasmina, gehen Sie in Sommernächten spazieren, steigen Sie ins Boot (das geht am Besten von der Rudervereinigung Bille aus, da wird Ihnen freundlich geholfen) und erleben Sie eine andere Perspektive, denn schon jetzt sind Menschen vor Ort und sie sind wichtig.

    Da Sie sich vermutlich nicht die Zeit nehmen können mit mir über die Problematik von sozialer Segregation durch Planung oder die der Mehrwert(ab)schöpfung zu diskutieren, hier ein erster Wunsch: Binden Sie ein was da ist und was kommen wird wird reicher werden! – Eignet sich auch als Kalenderspruch für Ihre Bürotür oder gedruckt auf der neuen Kaffeetasse.

    Mit herzlichen Grüßen!

  14. Zunächst einmal kann man positiv gestimmt sein, dass das Gebiet am Billebogen stadtplanerisch angepackt und aus seinem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf geweckt wird.
    Die Planungen rund um die Schule am Bullenhuser Damm finden meine Zustimmung, obschon dieser durch seine Vorgeschichte sensible Bereich durch eine zu massive Bebauung in direkter Nachbarschaft etwas erschlagen wirken würde. Der Billebogen als Standort für moderne, “sanfte” Industrien wie z.B. die Medizintechnik in dieser innenstadtnahen Lage klingt nach einer durchdachten Lösung.
    Doch bleibt die Frage, ob in absehbarer Zeit ausreichend Nachfrage nach den Grundstücken besteht. Seit Jahren beobachte ich als Anwohner des Neuen Huckepackbahnhofs einen Stillstand bei der Ansiedlung von Unternehmen aus dem Bereich urbaner Produktion dort. Außer den Opernwerkstätten und -fundi gibt es dort eine von Straßen durchzogene Sandwüste. Meines Wissens ist bislang lediglich der Umzug des Instituts für Hygiene und Umwelt an den Billebogen angedacht.
    Zudem werden zeitgleich die Bereiche am Stadteingang an den Elbbrücken und auf dem Grasbrook entwickelt – ebenfalls mit teilweiser Gewerbeansiedlung aus den gleichen Branchen. Die geplante Science City in Bahrenfeld ist dabei noch gar nicht erwähnt.
    Wäre nicht von vornherein ein Nutzungsmix, der auch Formen des Wohnens und der Freizeit (begünstigt durch die Wasserlage an der Bille) beinhaltet, eine stabilere Lösung? Statt eines reinen Gewerbe/Industriegebiets?
    Sicher, die Vermarktbarkeit spielt eine große Rolle. Doch der Mehrwert eines kombinierten “Soft-Industry”- Wohn-Freizeitparks mit niedrigschwelligen Zugangsmöglichkeiten und mutiger, weil alternativer, der Lage im flachen Flußinselterrain gerecht werdender, Architektur und Infrastruktur, dürfte auf einen Blick in eine generationenübergreifende Zukunft deutlich höher liegen.

  15. Freundlicher und aufgelockerter könnte es schon werden am Billebecken, oder nicht?
    Modern wird es auf jeden Fall! Stark.

    Die Nutzung ist mir jedoch schleierhaft. Ist diese schon festgelegt und einzusehen?
    Drittel Betriebe; Drittel Allgemeinheit (Kultur, Sport, Freizeit); Drittel wohnen?

    Für meine laienhafte, grobe Einschätzung steht jedoch die Funktion und nicht der Mensch oder die Gemeinschaft im Vordergrund dieses Vorhabens…das wäre schade um diese unscheinbare wunderschöne Gegend.

    Eine gesunde Verteilung von städtebaulichen Planungen ist bei einer Fahrradtour durch eine beliebige größere Stade in den Niederlanden inspirierend.

    Wasser = Bewegung…

    Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
    Grüße von einer Anwohnerin aus dem Stadtteil Rothenburgsort

  16. Altes und Neues muss sich nicht ausschließen… seit den 1960er Jahren hat die Rudervereinigung Bille, die dieses Jahr ihr 125jähriges Jubiläum feiert, ihren Standort an der grünen Brücke. Auch die RV Bille soll laut aktueller Planung umgesiedelt werden. Leider sind die bislang von der Billebogen GmbH vorgeschlagenen alternativen Gelände nicht geeignet, um die bisherigen Aktivitäten fortzuführen.
    Warum kann ein langjährig gewachsener Verein, der Menschen die Möglichkeit gibt, sich sportlich zu betätigen, der ein Raum für Austausch ist über den Sportbetrieb hinaus und der sich unter anderem für Inklusion engagiert, nicht auch erhalten werden? Kann dies nicht auch einem am Reißbrett geplantem Revier gut tun und einen Charakter geben?
    Immer wieder wird betont, dass die Bille zugänglich und erfahrbar gemacht werden soll. Die RV Bille bietet diese Möglichkeit schon jetzt an dem Standort, wo sie sich bereits befindet und wo sie bleiben sollte.

  17. Die Planung sieht schöne Promenaden am Billeufer vor. Die bisherigen Möglichkeiten für Vereine, Anwohner, vor Ort Berufstätige (Behörde etc.) Schüler der umliegenden Schulen und Menschen in nahegelegenen Rehabilitationseinrichtungen und Maßnahmen der Eingliederungshilfe an das Wasser kommen zu können ? Die scheinen ersatzlos wegzufallen. Vergessen oder nicht gewollt? Diese Gruppen, die nicht das Privileg eines privaten Zugangs zum Wasser durch firmen- , kleingarten- oder wohnungseigene Stege haben, sollten nicht ausgesperrt werden.
    Nichts gegen schöne Wohnungen und Hightech- oder Startup Unternehmen, im Gegenteil. Aber zu ebener Erde sollten dann doch auch normale Bürger die Möglichkeit haben, hier teilzuhaben.

  18. Weitere Informations- und Gesprächsangebote werden auf billebogen.de angekündigt. Wenn Sie sich insgesamt für die Entwicklung des Billebogens interessieren, können Sie sich gerne für die Billebogen Begleitgruppe anmelden, einfach per e-mail an:

  19. Die Schule am Bullenhuser Damm bleibt als Gedenkort bestehen. Das Grundstück soll nach einer umfassenden technischen und denkmalpflegerischen Bestandsaufnahme zusammen mit den Nachbargrundstücken so entwickelt werden, dass der denkmalgeschützte historische Gebäudebestand ein würdiges Umfeld erhält. Ein Ort des Gedenkens ebenso wie der kulturellen und sozialen Nutzungen ist das Ziel.

  20. Ich freue mich, dass nun endlich nach 75 Jahren dieses ehemals schöne Wohngebiet neu bebaut werden soll. Vor Jahren habe ich deswegen bereits mit dem damaligen Oberbaudirektor Jörn Walter korrespondiert. Meine Familie hat dort seit 1899 gelebt. Ich bin aufgewachsen am Ausschläger Billdeich (1956-1976), direkt an der Bille, und am Bullenhuser Damm zur Schule gegangen. Es freut mich auch, dass die alte Schule am Bullenhuser Damm ein Kulturzentrum werden soll, unter Einbeziehung der Gedenkstätte. Es gibt noch ein erhaltenswertes Bauwerk direkt gegenüber: Die Fabrikantenvilla der ehemaligen Bill-Brauerei. Auch wenn nur das Erdgeschoß stehengeblieben ist, wäre dieses ein gutes Gebäude für Gastronomie. An die Ufer des Billebeckens gehören Bootsstege, zwei Ruderclubs sind Anlieger des Billebeckens. Ich würde mich gern in die weitere Planung mit einbringen.

  21. Die Schule am Bullenhuser Damm ist ein Gedenkort für Verbrechen der Nationalsozialisten und kann nicht in ein Kulturzentrum umfunktioniert werden. Architektonischer Würfelhusten ist schon in der Hafencity zu finden und darf sich keinesfalls wie ein Krebsgeschwür in den Osten der Stadt ausbreiten.

  22. Die Wettbewerbsjury wählte das Konzept von Lorenzen / Mayer einstimmig aus. Allerdings sah die Jury für die Weiterentwicklung des Konzepts auch Überarbeitungsbedarf: Gebäudehöhen seien in Einzelfällen zu überprüfen. Die vorgeschlagene einheitliche Materialwahl (Klinker) wurde kontrovers diskutiert. Einigkeit bestand im Fachgremium darüber, dass die Uferkante entlang der Bille stärker begrünt werden muss.

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